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Geschichte der FF Gitter

 

Die ersten Erwähnungen einer Feuerwehr finden sich bereits im Jahr 1787. Nach den Visitationsprotokollen waren 1787 Löschmannschaften aus Gitter bei einem Brand in Haverlah eingesetzt. 1789 leisteten die Kam. Löschhilfe in Othfresen, 1801 in Upen und 1827 in Engerode.

Aus dem Brandkataster des Jahres 1811 ist zu ersehen, dass es ein „Spritzenhaus“ in Gitter auf dem Grundstück Nr. ass 38, später Am Vorberg 25 gab. Auch in den folgenden Jahren stand auf diesem Grundstück bis zum 30.06.1965 das Spritzenhaus mit einem Schlauchturm, der 1956 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.

Dem Gemeinderechnungsbuch von 1828 kann man entnehmen, dass der Schmied Ziegenbein am 26. Dezember für eine Reparatur der Spritze einen Betrag von 3 Thalern und 14 Groschen erhalten hat. Dies waren 10 % der Jahresausgaben der Gemeinde Gitter.

Am 11. Januar 1870 wurde in einer Gemeindeversammlung in der Hoffmannschen Gaststätte der Kothsaß Heinrich Specht zum Spritzenmeister gewählt.

Dies ist auch das jetzige Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr Gitter, da in den Unterlagen erstmals die Feuerwehr als Freiwillige Feuerwehr erwähnt worden ist.

Die Gerätschaften der Feuerwehr bestanden zu dieser Zeit aus einer Spritze, bis zu 2 Mannschaftswagen und einen Wasserwagen. Teilweise wurde das Führen dieser Gerätschaften gegen Entgelt an die Landwirte im Ort vergeben.

Im Jahr 1909 wurde dann durch die Gemeinderäte beschlossen, eine zweite Feuerspritze anzuschaffen. Es handelte sich um eine Feuerspritze Modell Rendburg Nr. 4, Wagen auf Karren mit Zubehör, der Firma Louis Tidow, Specialfabrik für Feuerlöschmaschinen in Hannover Badenstedt. Bei der Spritze handelte es sich um eine Handdruckpumpe, die mit einem Pferdegespann zur Einsatzstelle und zurückgezogen werden musste. Die Mannschaftswagen benötigte man, um genügend Personal an der Einsatzstelle zu haben. Die Handdruckspritzen mussten von 6-8 Männern betrieben werden.

Die Handruckspritze von 1909 war bis zum Jahr 1954 bei der Freiwilligen Feuerwehr Gitter im Einsatz. Danach wurde sie ins Museum nach Salder gebracht, wo man sie noch heute besichtigen kann.

Die ältere Handdruckspritze wurde wegen zu hoher Reparaturanfälligkeit 1940 verschrottet. Das Fahrgestell wurde vom Schmiedemeister Erich Reupke zu einem Leichenwagen umgebaut.

Ca. 1940 wurde die Freiwillige Feuerwehr mit einer Tragkraftspritze TS 8/8 DKW ausgerüstet. Wegen eines Defektes wurde die TS kurze Zeit später durch eine TS von Rosenbauer ersetzt.

1947 erhielt die Feuerwehr einen TSA (Tragkraftspritzenanhänger. Im Jahr 1961 wurde die störanfällige TS durch eine TS der Firma Metz mit einem VW-Industriemotor ersetzt. Diese TS war bis zum Jahr 2007 bei der Freiwilligen Feuerwehr Gitter für die Arbeit mit der Jugendfeuerwehr im Einsatz.

Im Jahr 1965 erhielt die FF Gitter ihr erstes Tanklöschfahrzeug TLF 8. Es war ein Zivilschutzfahrzeug, dass der Bund für den Katastrophenfall in den Gemeinden und Städten stationiert hatte.

Durch das neue Fahrzeug war der Neubau eines Feuerwehrhauses erforderlich. Vom Bauantrag 1965 wurde bis zur offiziellen Schlüsselübergabe am 15.01.1967 das neue Feuerwehrhaus Am Vorberg 1A in Eigenleistung gebaut.

Die Einsatzbereitschaft zeigten die Kam. der FF Gitter 1m Jahr 1972 bei den Brandstiftungen, 1975 beim Heidebrand in der Lüneburger Heide und 1975 beim Brand der Essichschen Scheune.

Beim Heidebrand waren 16 Kam. der FF Gitter im Einsatz. Da sich unser Fahrzeug in dem schwierigen Gelände bewährt hatte, wurde das Fahrzeug im Herbst 1975 in den Landkreis Peine abgegeben. Ersatz erhielten die Gitteraner mit dem TLF 8 aus Engelnstedt.

Am 29.04.1981 gründeten die Gitteraner ihre Jugendfeuerwehr. Damit war der Nachwuchs der aktiven Kam. gesichert. Ersten Jugendfeuerwehrwart war Hugo Mellenthin.

Das alte Feuerwehrhaus aus den sechziger Jahren wurde jetzt zu klein. So beschloss die Feuerwehr, das Feuerwehrhaus auszubauen. Zunächst wurde der Schulungsraum erweitert, so dass alle Kameraden bei den Dienstversammlungen Platz hatten. Mit Hilfe der Dorfgemeinschaft haben die Kam. dann ein Spitzdach auf das Feuerwehrhaus gesetzt. Jetzt konnte auch der entstandene Boden als Lagerstätte genutzt werden. In den folgenden Jahren haben die Kam. weitere Baumaßnahmen wie den Einbau einer Küche, die Renovierung der Toilette sowie das Fliesen der Fahrzeughalle durchgeführt.

Das TLF 8 wurde im Laufe der Jahre mehrfach ausgetauscht. Das letzte TLF 8 war bis zum 17.6.1986 in Gitter stationiert.

Ein Ersatzfahrzeug war damals nicht vorhanden, so dass die FF Gitter ein TLF 16/25 der Berufsfeuerwehr der Marke Daimler-Benz, Baujahr 1958 erhielt. Dieses Fahrzeug wurde von den Kam. liebevoll Tante Emma genannt. Erstmals wurde die FF Gitter mit Atemschutz ausgerüstet.

Anfang 1987 gab es eine freudige Überraschung in Gitter. Ein neues TLF 16/25 sollte seinen Platz im Feuerwehrhaus Gitter beziehen. Es war aber leider 20 cm zu hoch. Der Ortsbrandmeister Walter Dombrowski einigte sich mit seinem Kollegen aus Thiede auf einen Fahrzeugtausch. Das neue Fahrzeug ging nach Thiede und Gitter erhielt das TLF 16/25, Baujahr 1980, aus Thiede.

Dieses Fahrzeug blieb bis zum Jahr 2007 in Gitter. Das doch in die Tage gekommene TLF 16/25 wurde im Jahr 2008 durch ein neues TSF-W 1500 ersetzt. Das neue Einsatzfahrzeug leistete bereits ein Jahr später guten Dienst bei insgesamt drei Großbränden im Süden Salzgitters. Neben zwei Lagerhallen in Salzgitter-Bad wurden die Kameraden auch zu einem Brand in einer Lagerhalle zur Fa. Gunnebo (Ehemals Elkosta) gerufen. Hier lagerten gepresste Strohballen, die mühsam mit schwerem Gerät auseinandergezogen und abgelöscht werden mussten.

Am 06.04.2013 gründen die Gitteraner zusammen mit der FF-Hohenrode eine gemeinsame Kinderfeuerwehr unter dem Namen „Feuerzwerge“. Erstmals dürfen Kinder in einem Alter von 6 bis 10 Jahren in die Feuerwehr hinein schnuppern.

Im Rahmen des schweren Hochwassers 2013 fuhren die Kameraden der FF-Gitter mit der Feuerwehrbereitschaft in die Landeshauptstadt Magdeburg. Mehrere Tage wurde zusammen mit den Feuerwehren Köln und Braunschweig beim Stapeln von Sandsäcken geholfen. Ebenfalls wurde die Einsatzbereitschaft beim schwerem Brand in Gitter mit 6 Verletzen Personen im selben Jahr gezeigt.

Neue Aufgaben, Neue Ausrüstung hieß es schon wenige Jahre nach der letzten Fahrzeugübergabe. 2014 wird ein neues TSF-W TH in Dienst gestellt. Denn durch neue Einsatzschwerpunkte ist eine Ausrüstung mit Technischer Hilfeleistung erforderlich. Erstmals gelangen somit Schere, Spreizer und Rettungszylinder nach Gitter.

Auch im Dorfleben von Gitter sind die Kam. nicht wegzudenken. Seit vielen Jahren veranstaltet die Feuerwehr das jährliche Bosseltunier der Ortsvereine. Außerdem wurde lange Zeit das Osterfeuer durchgeführt, bis es von der Maifeier abgelöst worden ist. Im Jahr 2010 wurde zudem das 2. Oktoberfest auf der Feuerwehrwiese gefeiert. Unvergessen bleibt auch das Zigeunerlager der Feuerwehr im Zuge der 1200-Jahr-Feier der Dorfgemeinschaft im Jahr 2000.

 

 

Liste der Spritzenmeister, Feuerwehrhauptmänner und Ortsbrandmeister der Gemeinde Gitter am Berge

11.01.1870     -    12.12.1872          Kothsaß Heinrich Specht

12.12.1872     -    01.01.1876          Ackermann Carl Bruer

01.01.1876     -    01.04.1878          Gastwirt und Anbauer Fritz Bange

01.04.1878     -    01.04.1881          Hofpächter Theodor Metje

01.04.1881     -    01.04.1884          Kothsaß Wilhelm Freutel

01.04.1884     -    01.04.1887          Ackermann Friedrich Koch

01.04.1887     -    01.04.1889          Brinksitzer Wilhelm Meyer

01.04.1889     -    26.11.1905          Schneidermeister Adolf Könnecke (durch Tod ausgeschieden)

31.01.1906     -    01.04.1908          Schmiedemeister Heinrich Rohkamm

01.04.1908     -               1911           Kothsaß Ernst Specht

          1911     -                1912           Maschinenbesitzer Ludwig Meyer

          1912     -                1921           Hofbesitzer Ernst Ahrens

          1921     -                1924           Hofbesitzer Carl Koch

          1924     -                1927           Gastwirt Henry Hunte

          1927     -                1937           Landwirt Ernst Schrader

          1937     -                1945           Schlossermeister Hermann Ohlendorf

          1945     -     03.03.1956          Schmied Ernst Immenroth

03.03.1956     -    31.01.1959          Schmiedemeister Albert Weidemann

31.01.1959     -    24.01.1975          Landwirt Herbert Buch

24.01.1975     -    31.01.1987          Techn. Angestellter Walter Dombrowski

31.01.1987     -    30.01.1999          Techn. Angestellter Detlef Könnecke

30.01.1999     -    30.01.2010          Ortsbrandmeister Andreas Sydow

30.01.2010     -    31.12.2015          Ortsbrandmeister Frank Könnecke

01.01.2016     -                                   Ortsbrandmeister Harald Vogt